Optimierung regionaler Wertschöpfungsketten gemeinsam mit regionalen Bio-Landwirten

Ausgangssituation: Regionale Wertschöpfung zwischen Anspruch und Alltag

Viele Beteiligte, kleine Strukturen

Regionale Wertschöpfungsketten bestehen aus vielen kleinen Betrieben mit individuellen Arbeitsweisen. Einheitliche digitale Systeme sind selten vorhanden.

Uneinheitliche Daten & Informationen

Zentrale Informationen wie Artikelnummern, Gebindegrößen oder Produktbeschreibungen liegen nicht immer vollständig oder strukturiert vor.

Hoher Koordinationsaufwand

Für den Lebensmitteleinzelhandel bedeutet dies zusätzlichen Aufwand in Planung, Disposition und Rechnungsverarbeitung.

Analoge Abstimmung statt digitaler Prozesse

Bestellungen, Lieferabsprachen und Änderungen erfolgen häufig per Telefon, E-Mail oder Tabellen, parallel und ohne durchgängige Dokumentation.

Warum regionale Wertschöpfung besondere Anforderungen stellt

Regionale Wertschöpfungsketten zeichnen sich durch kurze Wege, persönliche Beziehungen und eine hohe Nähe zwischen Produzenten und Handel aus. Gleichzeitig entstehen genau daraus besondere Anforderungen an die Koordination der Prozesse.


Hohe Varianz statt Standardisierung

Begrenzte Ressourcen für IT und Prozesse

Interviewausschnitt mit Jazba Arshad (Autorin der zugrundeliegenden Masterarbeit): Einordnung struktureller Herausforderungen aus der Praxis und der Bedeutung einfach anschlussfähiger Lösungen.

Koordination und zentrale Herausforderungen

In vielen regionalen Betrieben sind digitale Systeme nur begrenzt etabliert. Häufig fehlt ein durchgängiges Warenwirtschaftssystem.

Typische Problemfelder

  • Prognose & Planung: begrenzte Datenbasis für Absatz- und Ernteprognosen.
  • Bestellung & Disposition: parallele Kanäle und unvollständige Informationen.
  • Rechnungsstellung: unterschiedliche Formate und Angaben erschweren die Weiterverarbeitung.
Kartoffeln als Beispielprodukt: hinter einem regionalen Artikel stehen viele Abstimmungs- und Koordinationsprozesse.
Foto: Pxhere (CC0), via Wikimedia Commons. Regionale Kartoffeln: Hinter jedem Artikel stehen zahlreiche Abstimmungsprozesse.

Stimme aus der Praxis

Interviewausschnitt mit Nicole Stamm (Biohof Stamm): Praxisbeispiel, wie digitale Unterstützung Bedarf und Angebot kurzfristig zusammenbringt.

Schönes Wetter, spontane Grillabende und kurzfristige Nachfrage zeigen, wie wertvoll digitale Möglichkeiten sind: Sie verbinden Bedarf und Angebot genau dann, wenn es darauf ankommt.

Fotos: ©Daniel Delang / Öko-Modellregionen Bayern ©Landratsamt Würzburg (Regionalmanagement), ©TBP CC, ©Michael Stamm

Ansätze für digitale und KI-gestützte Lösungen

Aus der Analyse der Prozesse ergeben sich mehrere Ansatzpunkte für digitale und KI-gestützte Unterstützung. Ziel ist es, die bestehenden Abläufe zu strukturieren und zu erleichtern, nicht, komplett neue Systeme überzustülpen.

  • Prognosetools: datenbasierte Unterstützung bei Absatz- und Ernteplanung.
  • Digitale Bestell- und Dispositionshilfen: Bündelung von Bestellungen und Reduktion von Medienbrüchen.
  • Stammdatenmanagement: strukturierte Erfassung und Pflege zentraler Produktinformationen.
  • Unterstützte Rechnungsstellung: Hilfen bei der Erstellung standardisierter, weiterverarbeitbarer Rechnungen.

Die erarbeiteten Konzepte sollen in einen prototypischen Lösungsentwurf münden, der exemplarisch zeigt, wie regionale Wertschöpfungsketten digital unterstützt und gleichzeitig handhabbar gestaltet werden können.

KI als Unterstützung, nicht als Ersatz

KI ersetzt keine Menschen auf dem Feld oder im Handel. Sie kann aber Muster in Daten erkennen, die für Planung und Entscheidung nützlich sind, insbesondere dort, wo viele kleine Einzelfaktoren zusammenkommen.

Projektgrenzen und Bedingungen

Das Projekt verfolgt keinen Ansatz zur vollständigen Automatisierung oder zur Entwicklung einer einheitlichen Lösung für alle Anwendungsfälle. Stattdessen steht die Analyse des individuellen Bedarfs im Vordergrund

Was das Teilprojekt leisten kann

Unterstützung bei Prognosen

KI kann helfen, Absatzschwankungen besser einzuschätzen, etwa saisonale Effekte oder Feiertage.

Strukturierung von Informationen

Daten aus verschiedenen Quellen können zusammengeführt und aufbereitet werden.

Hinweise auf Auffälligkeiten

Ungewohnte Mengen, ungewöhnliche Bestellmuster oder fehlende Angaben können automatisch markiert werden.

Potential von KI im Alltag der Produzenten


Einfachere Abstimmung: Bedarf und Angebot schneller zusammenbringen


Praxisnah übertragbar Best-Practice sichtbar machen, damit andere Betriebe direkt anknüpfen können

Interviewausschnitt mit Nicole Stamm (Biohof Stamm): Best-Practice-Beispiel, in dem digitale Lösungen Abläufe spürbar erleichtern und Ansatzpunkte für Übertragbarkeit auf andere Betriebe.

Mehr erfahren und in Kontakt treten

KI-Regio verbindet wissenschaftliche Analyse mit praktischen Anwendungsbeispielen in regionalen Unternehmen. Weitere Informationen zum Gesamtprojekt und Ansprechpartner:innen sind auf der Projektwebseite zu finden.

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